Allensbach-Umfrage

Zusammenfassung der Allensbach-Umfrage:
Die Einstellungen der Bevölkerung zu aktuellen Fragen der Schul- und Bildungspolitik
Um Aufschluss über die Bewertung der Situation an den deutschen Schulen und verschiedener Vorschläge in der aktuellen bildungspolitischen Diskussion zu bekommen, beauftragte die Vodafone Stiftung Deutschland das Institut für Demoskopie Allensbach mit einer Repräsentativ-Befragung. Diese Untersuchung, die unter anderem auch einen Bundesländer-Vergleich erlaubt, stützt sich auf insgesamt 2.262 Interviews, davon 436 Interviews mit Eltern schulpflichtiger Kinder.
Kritik an den Schulreformen
- Lediglich ein Drittel der Befragten rechnet damit, dass sich bei einer Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen die Bildungschancen von Hauptschülern verbessern werden.
- Eine deutliche Mehrheit bezweifelt, dass der bisherige gymnasiale Lehrstoff auch bei einer verkürzten Schulzeit bewältigt werden kann. Nur zwölf Prozent der Befragten halten die Umstellung von neun auf acht Jahre bei gleichbleibendem Unterrichtsstoff generell für richtig. Signifikante Unterschiede ergeben sich bei dieser Frage laut Untersuchung im Ost-West-Vergleich. Während lediglich sieben Prozent im Westen die Umstellung für richtig erachten, sind es in Ostdeutschland ein Drittel der Befragten.
- Geteilter Meinung ist die Bevölkerung beim Thema Eignungstests für angehende Lehrer sowie einer Benotung von Lehrern durch ihre Schüler.
Bundesbürger erteilen Bildungsföderalismus mehrheitlich eine Absage
- Eine klare Mehrheit von über 60 Prozent spricht sich dafür aus, die Kompetenzfrage in Sachen Bildungspolitik auf den Bund zu übertragen - im Osten sind es fast 80 Prozent.
- Die Bildungspolitik ihrer jeweiligen Landesregierung bewerten die Befragten durchschnittlich mit der Schulnote 3,57. Alle Bundesländer liegen in der Bewertung recht eng beieinander - Bayern ist mit 3,29 am besten, Schleswig-Holstein mit 4,19 am schlechtesten benotet.
- Bei der Frage nach den Eigenschaften, die einen guten Lehrer ausmachen, priorisieren die Befragten vor allem die rein pädagogisch-didaktischen Fähigkeiten: gutes Fachwissen, Motivationskraft sowie ein guter, verständlicher Unterricht. Engagement für die Schule außerhalb des Unterrichts sowie ein Ohr für die persönlichen Probleme der Schüler zu haben, spielen laut Umfrage eine untergeordnete Rolle.
Vergleich mit der Allensbach-Umfrage 2009: Problemfelder manifestieren sich
- Stichwort Verbesserungsbedarf an Schulen - Die Top vier (Klassengröße, Stundenausfall, Sprachprobleme bei ausländischen Schülern, Vermittlung von mehr Allgemeinbildung) sind identisch.
- Es zeigt sich aber auch, dass die Priorisierung im Bundesländer-Vergleich zum Teil erhebliche Schwankungen aufweist. So ist häufiger Stundenausfall im Saarland für 34 Prozent ein vordingliches Problem, in Thüringen für 39 Prozent und in Hamburg für 43 Prozent. In Berlin sind es dagegen 60 Prozent, in Niedersachsen 61 Prozent und in Rheinland-Pfalz 73 Prozent.
- Einen markanten Unterschied zwischen Ost und West von über 20 Prozentpunkten weist die Untersuchung bei der Frage nach einheitlichen Abschlussprüfungen für ganz Deutschland aus: 61 Prozent in Ostdeutschland sehen hier Handlungsbedarf, im Westen sind es dagegen nur 40 Prozent.

"Das Schicksal einer Gesellschaft wird dadurch bestimmt, wie sie ihre Lehrer achtet!" Karl Jaspers














